Gitte Bohr — 23 NOV — Kunst, Kritik, Stadtpolitik

am 23. November zu Gast:

Gitte Bohr
Club für Kunst und politisches Denken

Kunst, Kritik, Stadtpolitik

Nach der dritten Welle der Institutionskritik, in der sich Diskurshoheit auf Kunstinsitutionen verschob und diese zu den kritischen Organen ihrer selbst wurden, stellt sich die Frage der künstlerischen Positionierung und Autonomie neu. Die Integration kritischer Diskurse in Bereiche der Kultur- und Stadtpolitik hat es inzwischen schwer gemacht, sich antagonostisch gegenüber stehende Positionen überhaupt noch aufzuzeigen. So findet in Berlin gerade ein -durch die städtische Raumpolitik verschärfter- Prozess statt, in dem Künstlerinitiativen, Berufsverband und Gewerkschaft existentielle Fragen an die städtische Politik adressieren. Die Stadt reagiert mit Partizipationssymbolik und versucht, Künstler mit Hilfe von PR-Agenturen und Strategieentwicklern in eine neoliberale Stadtpolitik einzubeschließen. Die Notwendigkeit von Orten autonomer Kritik scheint sich so auf’s Neue zu bestätigen.
Gitte Bohr ist in einer schier unübersichtlich florierenden Szene von unabhängigen Projekträumen, Produzentengalerien und Künstlerinitiativen in Berlin einer der wenigen Orte, die sich ausschließlich der Präsentation kritischer Kunst widmen und der einzige, der sich explizit politisch verortet. Wir versuchen, die Galeriematrix zu überwinden, die sich als normalisierende Kraft selbst in Kunstorten breitmacht, die von einer Transition von Alternative Space zu Commercial Gallery nicht einmal träumen können. Gitte Bohr versucht Präsentationsstandards zu entgrenzen und die Diskussion über Kunst oder mit Kunst über brennende Probleme unserer Zeit ins Zentrum zu setzen.

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