Präsident schickt die Gerichtsvollzieher los
Hamburg, 18.12.08 Hochschule für bildende Künste HFBK Hamburg
Die Vollversammlung der Studierenden vom 18.12.08 hat einstimmig
beschlossen, die Studiengebühren weiter zu boykottieren.
Letzte Info aus der Hochschul-Senatssitzung vom 18.12.08: Der Präsident
verkündet, er werde niemanden exmatrikulieren. Die ausbleibenden
Studiengebühren werden in Zukunft vom Gerichtsvollzieher eingetrieben.
Damit gesteht er die Handlungsunfähigkeit der Hochschulleitung ein.
Die Hochschulleitung will mehr als 200 Fälle (ca. die Hälfte der
Zahlungspflichtigen boykottiert!) an die Hamburger Finanzbehörde abgeben,
die das Geld von den Konten der Studierenden pfänden soll.
Das Präsidium - bestehend aus Martin Köttering, Prof. Raimund Bauer,
Prof. Dr. Hanne Loreck und Horst-Volkert Thiel - ist moralisch am Ende.
Eine Sprecherin der Boykotteure sagt: "Das Vorgehen des Präsidiums ist
völlig verfehlt. Wenn die Hälfte der zahlungspflichtigen Studierenden
nicht zahlen will, ist dies ein reales politisches Statement. Es zeigt, an
dieser Schule läuft etwas grundsätzlich falsch. Da kann sich der Präsident
nicht aus der Verantwortung stehlen, indem er 250 Leuten den
Gerichtsvollzieher ins Haus schickt. Zu holen ist da ohnehin nichts, denn
90% der Studierenden an der Kunsthochschule leben unter dem
Pfändungsfreibetrag. Es wird immer klarer, dass das Präsidium mit dem
Konflikt nicht umgehen kann und abdanken muss."
Der Studierendenprotest an der HFBK wendet sich gegen die Studiengebühren
und die Einführung marktförmiger und unternehmensähnlicher Strukturen an
Hochschulen. Studierende sehen die allgemeine Tendenz der
Entdemokratisierung und Zentralisierung mit Sorge und protestieren gegen
die fortschreitende Regulierung von Kunst und Wissenschaft, Forschung und
Lehre.
Auf einem Symposium, das kürzlich an der HFBK stattfand, sagte Prof. G.C.
Tholen (Basel): Der Bologna-Prozess "ist ein Rückfall in die
vor-Humboldtsche Kadettenschule."
An der HFBK Hamburg werden seit dem Sommersemester 2007 Studiengebühren
boykottiert.
Achtung: Das Präsidium spricht von 127 Boykottierenden. Diese Information ist
irreführend. Tatsache ist: 127 Studierende haben einen Widerspruch eingelegt.
Die Zahl der Studierenden, die nicht gezahlt und nicht gestundet haben, ist
wesentlich höher. Nur ein Teil der Nichtzahler hat auch Widerspruch eingelegt.
Diese Meldung wurde am 23.12. gekürzt.
Die Vollversammlung der Studierenden vom 18.12.08 hat einstimmig
beschlossen, die Studiengebühren weiter zu boykottieren.
Letzte Info aus der Hochschul-Senatssitzung vom 18.12.08: Der Präsident
verkündet, er werde niemanden exmatrikulieren. Die ausbleibenden
Studiengebühren werden in Zukunft vom Gerichtsvollzieher eingetrieben.
Damit gesteht er die Handlungsunfähigkeit der Hochschulleitung ein.
Die Hochschulleitung will mehr als 200 Fälle (ca. die Hälfte der
Zahlungspflichtigen boykottiert!) an die Hamburger Finanzbehörde abgeben,
die das Geld von den Konten der Studierenden pfänden soll.
Das Präsidium - bestehend aus Martin Köttering, Prof. Raimund Bauer,
Prof. Dr. Hanne Loreck und Horst-Volkert Thiel - ist moralisch am Ende.
Eine Sprecherin der Boykotteure sagt: "Das Vorgehen des Präsidiums ist
völlig verfehlt. Wenn die Hälfte der zahlungspflichtigen Studierenden
nicht zahlen will, ist dies ein reales politisches Statement. Es zeigt, an
dieser Schule läuft etwas grundsätzlich falsch. Da kann sich der Präsident
nicht aus der Verantwortung stehlen, indem er 250 Leuten den
Gerichtsvollzieher ins Haus schickt. Zu holen ist da ohnehin nichts, denn
90% der Studierenden an der Kunsthochschule leben unter dem
Pfändungsfreibetrag. Es wird immer klarer, dass das Präsidium mit dem
Konflikt nicht umgehen kann und abdanken muss."
Der Studierendenprotest an der HFBK wendet sich gegen die Studiengebühren
und die Einführung marktförmiger und unternehmensähnlicher Strukturen an
Hochschulen. Studierende sehen die allgemeine Tendenz der
Entdemokratisierung und Zentralisierung mit Sorge und protestieren gegen
die fortschreitende Regulierung von Kunst und Wissenschaft, Forschung und
Lehre.
Auf einem Symposium, das kürzlich an der HFBK stattfand, sagte Prof. G.C.
Tholen (Basel): Der Bologna-Prozess "ist ein Rückfall in die
vor-Humboldtsche Kadettenschule."
An der HFBK Hamburg werden seit dem Sommersemester 2007 Studiengebühren
boykottiert.
Achtung: Das Präsidium spricht von 127 Boykottierenden. Diese Information ist
irreführend. Tatsache ist: 127 Studierende haben einen Widerspruch eingelegt.
Die Zahl der Studierenden, die nicht gezahlt und nicht gestundet haben, ist
wesentlich höher. Nur ein Teil der Nichtzahler hat auch Widerspruch eingelegt.
Diese Meldung wurde am 23.12. gekürzt.